Die richtige Technik zum Befestigen von Ausrüstung an der Außenseite des Rucksacks entscheidet darüber, ob man mobil unterwegs ist oder sich wie ein Packesel auf dem Eis fühlt. Wir alle kennen diesen Wanderer – derjenige, der wie ein wandelnder Küchenschrank klingt und dessen Ausrüstung bei jedem Schritt wild hin und her schwingt. Das ist der sogenannte „Flohmarkt-Effekt“, der nur darauf wartet, einzutreten. In meinen fünfzehn Jahren als Bergführer von den Rocky Mountains bis zu den Alpen habe ich unzählige Ausrüstungsverluste aufgrund schlechter Knoten und mangelnder Balance gesehen.
Auch wenn die Rucksäcke im Jahr 2026 leichter geworden sind, hat sich die Physik der Lastverteilung kein bisschen verändert. Wer sperrige Gegenstände transportieren muss – wie zum Beispiel die massive gusseiserne Grillplatte, die er partout nicht zurücklassen wollte – braucht mehr als nur ein Gummiseil. Dieser Leitfaden erklärt die Techniken der externen Befestigung, die neuesten Kompressionssysteme und die bewährte Zuverlässigkeit von Reibungsknoten. Einen umfassenderen Überblick über moderne Tragesysteme bietet unser Leitfaden zur externen Rucksackbefestigung: Ausrüstung richtig befestigen.
Wichtigste Erkenntnisse
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Schwerpunkt: Schwere externe Gegenstände müssen nah an der Wirbelsäule befestigt werden, um ein Ziehen nach hinten zu verhindern.
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Die „Geardle“-Technik: Verwenden Sie ein 3-Punkt-Gurtsystem für breite, flache Gegenstände wie Grillplatten oder Solarpaneele.
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Komprimieren zuerst: Komprimieren Sie immer das Innenvolumen der Tasche, bevor Sie Gegenstände außen befestigen.
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Vermeiden Sie Pendelbewegungen: Wenn die Ausrüstung schwingt, ist etwas falsch. Die Ausrüstung sollte sich als Einheit mit Ihrem Körper bewegen.
Die Physik äußerer Lasten
Bevor du Karabiner einhängst, solltest du den Luftwiderstand deiner Ausrüstung kennen. Ausrüstung außen am Rucksack zu befestigen, verändert deinen Schwerpunkt. Die meisten Ultraleicht-Rucksäcke bestehen heutzutage aus hochfestem, glattem UHMWPE-Gewebe; Reibung ist hier von Vorteil.
Schwere Gegenstände, die ganz hinten am Rucksack (am weitesten vom Rücken entfernt) befestigt sind, wirken wie ein Hebel. Ein 2,3 kg schweres Zelt, das hinten an einem 50-Liter-Rucksack befestigt ist, fühlt sich an, als würden 7 kg an deinen Schultern ziehen. Befestige schwere Gegenstände immer an den seittlichen Kompressionsriemen oder den Bodenschlaufen, sodass sie eng am Rucksack anliegen.
Wenn du deine Gesamtlast berechnest, nutze unseren Rucksackgewichtsrechner, um zu prüfen, ob dein Tragesystem die zusätzliche Belastung aushält.
Das Problem der „großen Grillplatte“ lösen
Sie fragten konkret nach der Befestigung einer großen Grillplatte an Ihrem Rucksack. Im Gelände nennen wir diese Lösung für breite, flache und schwere Gegenstände die „Geardle“-Methode (Gear Girdle). Ein normaler Gurt reicht nicht aus, da der Gegenstand vertikal verrutschen würde. Sie benötigen eine Fixierung.
Hier ist die Vorgehensweise für eine Grillplatte oder ein großes Solarpanel:
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Y-Gurt-Anker: Suchen Sie den oberen Gurt Ihres Rucksacks. Führen Sie ihn über den oberen Griff der Grillplatte. Dadurch wird ein Verrutschen verhindert.
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Kreuzgurt: Verwenden Sie zwei Stücke Paracord oder Zubehörgurte. Führen Sie diese von der linken MOLLE-/Daisy-Chain-Schlaufe über die Grillplatte zur rechten Seite.
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X-Faktor: Führen Sie die Gurte nicht parallel. Kreuzen Sie sie in einem „X“-Muster über der Mitte der Grillplatte. Die Spannung am Schnittpunkt erzeugt einen lokalen Druckpunkt, der ein Verrutschen des Metalls verhindert.
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Polsterung: Legen Sie eine Schaumstoff-Sitzmatte oder ein Stück Fleece zwischen Grillplatte und Rucksackstoff. Kohlenstoffstahl kann selbst Dyneema-Material der neuesten Generation (ab 2026) durchscheuern, wenn er 16 Kilometer lang ständig daran gerieben wird.
Wenn Sie so schweres Kochgeschirr transportieren, sollten Sie unbedingt den Trail Food Planner verwenden, um sicherzustellen, dass sich die Rückenschmerzen nach der Mahlzeit lohnen.
Essenzielle Knoten für 2026
Kunststoffschnallen brechen leicht. Wenn Sie sich nur auf die mitgelieferten Gurte verlassen, ist ein einziger Schnappverschluss ein Totalausfall. Paracord ist daher unerlässlich.
1. Der LKW-Knoten Dieser Knoten bietet als einziger eine mechanische Übersetzung (3:1-Rollensystem), um eine Last ohne fremde Hilfe festzuziehen. Verwenden Sie ihn, um Isomatten oder Zelte am Boden des Rucksacks zu befestigen.
2. Die Prusikschlaufe Wenn Sie Ausrüstung an einem vertikalen Gurt (z. B. einem Schultergurt) befestigen, rutscht ein einfacher Knoten ab. Eine Prusikschlaufe greift in den Gurt und bildet einen beweglichen, aber sicheren Befestigungspunkt. Ideal zum Befestigen von Wasserflaschen oder Bärenspray-Holstern.
3. Der Kanadische Klemmknoten Ideal zum Komprimieren von Schlafsäcken oder Textilien. Es handelt sich um einen selbstsichernden Knoten, der die Spannung beim Festziehen hält und im Prinzip wie ein Kabelbinder funktioniert, den man wieder lösen kann.
Vergleich: Werksseitige Gurte vs. Nachrüst-Gurtsysteme
| Funktion | Werkseitige Kompressionsgurte | Selbstgemachtes Paracord-/Gurtbandsystem |
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Belastbarkeit | Normalerweise ca. 7-9 kg maximale Zugkraft | Über 250 kg (Zugfestigkeit) |
Verstellbarkeit | Feste Position (horizontal) | Stufenlos (diagonal/vertikal) |
Haltbarkeit | Kunststoffschnallen können durch Frost brechen | Hohe Abriebfestigkeit |
Gewicht | Integriert (schwer) | Ultraleicht |
Ideal für | Isomatten, Trekkingstöcke | Grillplatten, sperrige Gegenstände, schweres Werkzeug |
Schritt für Schritt: Eine Isomatte befestigen
Am häufigsten wird die Isomatte außen befestigt. Achte darauf, sie nicht senkrecht zu befestigen, da sie sonst bei jedem Schritt gegen deine Beine stößt.
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Isomatte komprimieren: Rolle sie eng zusammen. Verwende ein Gummiband oder einen Klettverschluss, um den Durchmesser der Rolle gering zu halten.
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Schlaufen am Boden finden: Die meisten Rucksäcke haben zwei Schlaufen oder Gurte ganz unten. Diese sind genau für diesen Zweck gedacht.
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Einfädeln und festziehen: Führe die Gurte durch die Schlaufen. Wenn deine Isomatte rutschig ist (häufig bei den neuen geschlossenzelligen Schaumstoffen aus 2026), führe den Gurt einmal durch die Mitte der Rolle, bevor du ihn einhängst. Dadurch wird die Isomatte am Rucksack fixiert.
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Rütteltest: Nimm deinen Rucksack an der Trageschlaufe und schüttle ihn kräftig. Wenn sich die Isomatte bewegt, ist sie zu locker. Ziehe sie nach.
Sicherheitsprotokolle für das Tragen von Gegenständen außerhalb des Außenbereichs
Ausrüstung außen am Rucksack zu befestigen, macht dich breiter und größer, als du denkst. Ich habe schon Wanderer gesehen, die an Felsvorsprüngen hängen geblieben oder sich in dichtem Gestrüpp verheddert haben, weil sie ihre Außenlast vergessen hatten.
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Profil-Check: Reicht deine Ausrüstung über deine Schultern hinaus? Falls ja, befestige sie vertikal.
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Gefahren durch Hängenbleiben: Stecke alle losen Gurtenden ein. Ein herabhängender Gurt ist eine Stolperfalle und zieht Äste an.
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Wetterschutz: Alles, was außen befestigt ist, ist ungeschützt. Wenn du einen Daunenschlafsack außen befestigt hast (nicht empfehlenswert, aber manchmal notwendig), muss er in einem wasserdichten Kompressionssack sein. Überprüfe mit dem Zeltkapazitätsrechner, ob du dein Zelt verkleinern und so Platz im Rucksack sparen kannst.
Ausrüstung richtig auf dem Rucksack zu befestigen, ist eine Kunst, die von den Gesetzen der Physik bestimmt wird. Egal, ob du eine Grillplatte für ein Festmahl in der Wildnis transportierst oder einfach nur eine sperrige Isomatte verstauen willst – das Ziel ist absolute Bewegungsfreiheit. Die Ausrüstung sollte sich wie eine Verlängerung deines Körpers anfühlen, nicht wie ein Energieräuber. Verwende die richtigen Knoten, achte auf eine ausgewogene Lastverteilung und verlass dich niemals blindlings auf eine Plastikschnalle.







